Donnerstag, 26. Februar 2026

Excel für Datenjournalismus – Daten aufbereiten, analysieren und visualisieren

Ein investigatives Willkommen zurück bei Excel Zauber, deinem Ort für digitale Datenmagie! Heute widmen wir uns einem besonders spannenden Feld, das weit über einfache Buchhaltung hinausgeht: dem Datenjournalismus. In einer Welt, die von Informationen überflutet wird, ist die Fähigkeit, Geschichten aus nackten Zahlen zu weben, wertvoller denn je. Datenjournalismus bedeutet nicht nur, Grafiken zu erstellen, sondern verborgene Wahrheiten ans Licht zu bringen, Missstände aufzudecken und komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen. Excel ist dabei oft das erste und wichtigste Werkzeug in der Werkzeugkiste eines Reporters. Es dient als Labor, in dem rohe Datensätze gereinigt, seziert und schließlich in aussagekräftige Visualisierungen verwandelt werden. In diesem Artikel führen wir dich durch den Prozess der Datenaufbereitung, der tiefgehenden Analyse und der journalistischen Visualisierung, damit auch du deine eigenen datengestützten Geschichten erzählen kannst.


Die Vorbereitung: Den Datensatz für die Recherche säubern

Bevor ein Journalist eine Geschichte schreiben kann, muss er sicherstellen, dass seine Quellen zuverlässig sind, und das gilt im Datenjournalismus ganz besonders für den Datensatz selbst. Oft erhält man Daten aus öffentlichen Quellen oder durch Informationsfreiheitsanfragen in einem sehr ungeordneten Zustand. Hier beginnt die Arbeit im Excel-Labor mit der Datenreinigung. Ein häufiges Problem sind inkonsistente Schreibweisen oder versteckte Leerzeichen, die eine korrekte Analyse verhindern. Mit Funktionen wie GLÄTTEN kannst du überflüssige Leerzeichen am Anfang oder Ende eines Textes blitzschnell entfernen. Auch die Funktion Suchen und Ersetzen ist ein mächtiger Verbündeter, um beispielsweise falsche Dezimaltrenner zu korrigieren oder uneinheitliche Begriffe zu vereinheitlichen. Die Funktion Text in Spalten hilft dir dabei, kombinierte Informationen wie Vor- und Nachnamen oder Adressbestandteile sauber zu trennen, damit du sie später einzeln filtern und sortieren kannst. Erst wenn der Datensatz klinisch rein ist, ist er bereit für die eigentliche investigative Arbeit.

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Vorbereitung ist das Erkennen und Behandeln von Duplikaten. Nichts untergräbt die Glaubwürdigkeit einer journalistischen Recherche mehr als falsch berechnete Gesamtsummen aufgrund von Dopplungen. Excel bietet hierfür unter dem Reiter Daten die einfache Möglichkeit, Duplikate zu entfernen. Journalisten sollten diesen Prozess jedoch immer in einer Kopie des Originaldatensatzes durchführen, um die Nachvollziehbarkeit ihrer Arbeit zu gewährleisten. Transparenz ist das oberste Gebot im Journalismus, und ein sauber dokumentierter Reinigungsprozess ist das Fundament für jede spätere Veröffentlichung. Sobald alle Zeilen und Spalten einheitlich formatiert sind, kannst du dazu übergehen, die ersten Hypothesen an deine Daten zu stellen.


Die Analyse: Mit Pivot-Tabellen Mustern auf der Spur

Nachdem die Daten aufbereitet sind, beginnt die eigentliche Detektivarbeit. Die Pivot-Tabelle ist hierbei das schärfste Messer im Arsenal eines Datenjournalisten. Sie erlaubt es dir, tausende von Zeilen in Sekunden zusammenzufassen und aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Anstatt mühsam einzelne Werte zu zählen, kannst du mit einer Pivot-Tabelle sofort sehen, welche Stadt die höchsten Ausgaben hat oder wie sich die Kriminalitätsrate über die Jahre verändert hat. Oft entstehen die besten Geschichten durch den Vergleich von Gruppen. Du könntest beispielsweise untersuchen, ob es signifikante Unterschiede bei den Fördergeldern zwischen verschiedenen Regionen gibt. Die Möglichkeit, Daten per Mausklick zu gruppieren und Summen in prozentuale Anteile umzuwandeln, hilft dabei, Verhältnisse aufzuzeigen, die auf den ersten Blick verborgen blieben.

Während der Analysephase solltest du dir angewöhnen, die Daten immer wieder kritisch zu hinterfragen. Ausreißer in der Statistik können auf Fehler im Datensatz hindeuten, oder sie sind der Kern deiner Geschichte, wie etwa eine extrem hohe Zahlung an ein einzelnes Unternehmen. Nutze Sortierfunktionen, um die Extremwerte schnell zu identifizieren. Ein Journalist fragt sich bei jedem Ergebnis: Ist das normal? Ist das eine Abweichung? Wer profitiert davon? Durch das Filtern nach bestimmten Zeiträumen oder Kategorien kannst du Trends isolieren und deine Recherche fokussieren. Denke daran, dass Zahlen allein oft nur die halbe Wahrheit sagen und meistens eine Kontextualisierung durch weitere Recherchen vor Ort oder Experteninterviews erfordern. Excel liefert dir die harten Fakten, die deine Geschichte untermauern.


Die Visualisierung: Zahlen eine Stimme geben

Der letzte Schritt im datenjournalistischen Prozess ist die Vermittlung der Erkenntnisse an das Publikum. Eine gute Visualisierung sollte eine klare Botschaft transportieren und den Betrachter nicht mit unnötigen Details überfordern. In Excel stehen dir zahlreiche Diagrammtypen zur Verfügung, doch für den Journalismus gilt oft: Weniger ist mehr. Ein einfaches Balkendiagramm ist meist viel effektiver darin, Mengenunterschiede aufzuzeigen, als ein kompliziertes 3D-Tortendiagramm, das die Proportionen verzerrt. Linien-Diagramme eignen sich hervorragend, um zeitliche Entwicklungen und Trends darzustellen, wie etwa die Entwicklung der Mietpreise über ein Jahrzehnt. Achte darauf, dass deine Achsen immer korrekt beschriftet sind und die Skalierung nicht irreführend ist, da dies die Integrität deiner journalistischen Arbeit gefährden könnte.

Farben sollten im Datenjournalismus strategisch eingesetzt werden, um den Fokus des Lesers zu lenken. Nutze beispielsweise eine Signalfarbe für den Wert, den du besonders hervorheben möchtest, während der Rest der Daten in dezentem Grau gehalten wird. Excel bietet tolle Möglichkeiten, Diagrammelemente wie Titel, Legenden und Datenbeschriftungen direkt anzupassen, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Denke immer daran, dass die Grafik die Geschichte unterstützen und nicht von ihr ablenken soll. Ein exzellentes Diagramm ermöglicht es dem Leser, die Kernaussage innerhalb weniger Sekunden zu erfassen, ohne sich durch lange Textpassagen arbeiten zu müssen. Deine Visualisierung ist das Fenster, durch das die Öffentlichkeit deine mühsam erarbeiteten Daten betrachtet.


Nächste Schritte: Vom Tabellenblatt zur interaktiven Story

Wenn du die Grundlagen der Datenaufbereitung, Analyse und Visualisierung in Excel beherrschst, hast du den ersten großen Schritt in die Welt des Datenjournalismus getan. Doch die Reise endet hier nicht. Als nächsten strategischen Meilenstein könntest du dich mit der Erstellung von interaktiven Dashboards beschäftigen. Diese erlauben es deinen Lesern, die Daten selbst zu erkunden, indem sie Filter setzen oder auf bestimmte Regionen klicken. Solche Tools erhöhen die Bindung deines Publikums und machen deine Recherche noch transparenter und greifbarer. In Excel lässt sich dies hervorragend durch den Einsatz von Datenschnitten in Kombination mit Pivot-Charts realisieren.

Ein weiterer spannender Pfad ist die Automatisierung deiner Datenflüsse. Oft müssen journalistische Projekte über lange Zeiträume aktualisiert werden, wenn neue Daten veröffentlicht werden. Hier kommt Power Query ins Spiel, mit dem du deine Reinigungsschritte speichern und auf Knopfdruck auf neue Datensätze anwenden kannst. Dies spart dir bei der nächsten Recherche wertvolle Zeit, die du stattdessen in die Jagd nach weiteren Hintergrundinformationen investieren kannst. Der Datenjournalismus ist ein sich ständig wandelndes Feld, und Excel bleibt dabei dein verlässlicher Ankerpunkt für präzise und fundierte Berichterstattung. Bleib neugierig, hinterfrage jede Zahl und nutze die Magie von Excel, um die Geschichten zu erzählen, die wirklich zählen.

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